Cartas do Frei Luiz




Carta de acordo

PAX ET BONUM!

Herr Präsident,

Pax et Bonum!

Am 6.10.2005 haben wir gemeinsam in Cabrobó (Pernambuco) die Vereinbarung getroffen, das Projekt der Umleitung des Rio São Francisco auszusetzen und einen umfassenden Dialogprozess zwischen der Regierung und der brasilianischen Zivilgesellschaft zu beginnen, um Alternativen für die nachhaltige Entwicklung der ganzen semi-ariden Region zu suchen. Angesichts dessen habe ich das Fasten abgebrochen und an das Abkommen und die Verhandlung geglaubt.

Zwei Jahre sind vergangen, der Dialogprozess wurde lediglich begonnen und sogleich unterbrochen.

Es gibt bereits konkrete Gegenvorschläge, wie die Wasserversorgung für die ganze Bevölkerung der semiariden Region garantiert werden kann: die im Atlas des Nordostens vorgesehenen Projekte - vorgestellt von der Nationalen Wasserbehörde (ANA), sowie die vom Netzwerk der Nichtregierungsorganisationen der semi-ariden Region (ASA) entwickelten Maßnahmen.

Am 22. Februar 2007 habe ich im Regierungspalast ein Dokument eingereicht, das die Wiederaufnahme und Weiterführung des Dialogprozesses fordert, der wahrhaftig, transparent und partizipativ sein soll. Ihre Antwort war der Beginn der Bauarbeiten der Umleitung durch das brasilianische Militär.

Herr Präsident, Sie haben ihr Wort nicht gehalten. Sie haben unser Abkommen nicht eingehalten. Sie haben mich und die ganze brasilianische Gesellschaft betrogen.

Eine Nation kann man nur mit aufrichtigen Menschen schaffen, angefangen bei seinen Regierenden. Würde und Ehrbarkeit sind notwendige Voraussetzungen für die Bürgerrechte.

Daher nehme ich mein Fasten und Beten wieder auf. Und ich werde es erst beenden mit dem Rückzug des Militärs von der Baustelle der Flussumleitung am Nord- und am Ostkanal und mit der endgültigen Archivierung des Projektes der Umleitung des Rio São Francisco. Es besteht keine andere Alternative.

Ich nehme an, dass die Kräfte, die Interessen in dem Projekt haben, alle Mittel nutzen werden, um unseren Widerstand zu entmutigen und die öffentliche Meinung zu verwirren. Doch als Jesus sich entschlossen hat, sein Leben zu opfern, hatte er keine Angst vor dem Kreuz. Ich nehme es auf mich, gekreuzigt zu werden, denn das ist der Preis, der zu zahlen ist.

Das Leben des Flusses und seines Volkes oder der Tod eines brasilianischen Bürgers.

„Wenn es keine Vernunft mehr gibt, ist der Wahnsinn der Weg.“

Der Gott des Lebens sei die Garantie des vollkommenen Lebens.

„Brasilien ist ein Land von Größe. Wird es auch Regierende von gleicher Größe haben?“ (Bourdoukan Georges in „Capitão Mouro”).

 

Barra, BA, 4. Oktober 2007, am Fest des Heiligen Franziskus

Dom Frei Luiz Flávio Cappio, OFM
Bishop of the Diocese Barra


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